Mittwoch, 7. März 2007

Selbstgespräch

Bei mir geht es rapide abwärts. Meine Vernunft ist ausgezogen. Seit dem habe ich meinen Job verloren und mich mit meinen Freunden verkracht. Ich weiß nicht was ich machen soll. Alles kam in dieser einen Nacht und der Anlass war so nichtig wie er nur sein konnte:

Ich sitze mal wieder verkartert in der Nacht vom Sonntag zum Montag an meinem Schreibtisch. Die Augen sehen eher aus wie tiefe dunkle Höhlen und werfen interessante Schatten auf meine hohlen Wangen, wenn ich mir eine Taschenlampe auf die Augenbrauen richte. Eigentlich wollte ich ja früher schlafen gehen. Aber das geht ja nicht. Dafür bin ich ja zu faul. Meine Vernunft schläft natürlich schon längst und lässt mich alleine mit einem Problem, was nur sie lösen kann. Sie hält das selbstverständlich für Quatsch, immerhin muss ich ja irgendwann auch mal ohne sie klarkommen. Sagt sie jedenfalls immer. Ich hoffe das dieser Tag niemals kommt. Das wäre wohl mein Ende. Gerade in dem Moment, als ich mir im Geheimen noch ein kleines Bierchen genehmige, meldet sich meine Vernunft zu Wort:
"Was machst du denn da?!"
"Ich... ich weiß nicht...ich trinke ein Bier?"
"Weißt du überhaupt wie spät es ist?"
Natürlich ist es nicht mein erstes Bier und ich gluckse in mich hinein.
"Nein keine Ahnung. Hast du nicht auf die Uhr geguckt?"
"Dir ist schon klar wer dich morgen früh wach machen muss, dich ins Bad schleift, dich zwingt zu frühstücken? Wann kümmerst du dich eigentlich mal um mich?"
Das ist ein harter Schlag. Mit Tendenz zum Tiefschlag.
"Naja ich dachte du kommst ganz gut zu recht. Das sagt du doch immer."
"Darum geht es doch garnicht!"
"Aber um was geht es denn dann?"
Mir ist die große emotionale Spannung, die über dem Raum liegt in dem Moment einfach nicht klar.
"Manchmal glaube ich, dass du mich nicht magst, weißt du?"
"Aber ich brauche dich doch!"
"Manchmal bin ich mir so unsicher, ob ich das richtige tue. Hast du nie Angst das Falsche zu machen?"
"Naja...", ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht, "eigentlich gibt es ja kein richtig oder falsch und irgendwie hat ja auch alles seinen Sinn. Keine Ahnung... Irgendwie geht es doch immer weiter, stimmt's?"
"Du bist so unglaublich gutgläubig, aber das mag ich an dir. Irgendwie gehören wir eben doch zusammen."
"Sag ich ja. Wo du gerade stehst, würde es dir was ausmachen mir noch ein kleines Bierchen zu holen?"
"Das kann nicht wahr sein, du bist so..."


Daruafhin ist sie ausgezogen. Was soll ich nur tun? Was mache ich nur?

ryaku

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wahnsinn dieser Innere Monolog gefällt mir , kommt mir doch irgendwie bekannt vor ! Es ist leider schon spät sonst würde ich auch noch die anderen Texte durchlesen bin nämlich neugierig geworden doch das verschieb ich auf einen Moment wo ich Zeit dafür hab !
Tschüssikovski rese