Dienstag, 20. März 2007

Musik in meinen Ohren...

In meiner Freizeit lerne ich gerade das Gitarrenspielen. Damit das auch Spaß macht schreibe ich kleine Songs oder Songskizzen über das was mich beschäftigt. Hier ein Beispiel:

Titel: Wär' ich für dich da...

Strophe1:
du siehst nicht gut aus
aber das weißt du ja selbst
es sieht so aus als wenn du dich an deiner kippe festhälst
wir reden über nichts
das wird mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein Problem


Ref.:
wenn du mich jetzt fragst
fragen würdest
flüstern würdest
wenn du jetzt was sagst
sagen würdest
wispern würdest
wär ich für dich da

Strophe2:
deine Kleidung verlottert
deine Haare sind verfilzt
und ich frag mich immer noch was du eigentlich willst
du siehst mir nicht in die Augen
das ist mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein Problem

Strophe3:
du erzählst mir vom morgen
und was deine Träume sind
du widersprichst dir ständig selber und schießt alles in den Wind
du lügst mich an
das ist mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein problem


Und hier der Link zu einer- zugegebener maßen - schlechten Hörprobe.

http://www.tracksfeed.com/?p=858

ryaku

Mittwoch, 7. März 2007

Selbstgespräch

Bei mir geht es rapide abwärts. Meine Vernunft ist ausgezogen. Seit dem habe ich meinen Job verloren und mich mit meinen Freunden verkracht. Ich weiß nicht was ich machen soll. Alles kam in dieser einen Nacht und der Anlass war so nichtig wie er nur sein konnte:

Ich sitze mal wieder verkartert in der Nacht vom Sonntag zum Montag an meinem Schreibtisch. Die Augen sehen eher aus wie tiefe dunkle Höhlen und werfen interessante Schatten auf meine hohlen Wangen, wenn ich mir eine Taschenlampe auf die Augenbrauen richte. Eigentlich wollte ich ja früher schlafen gehen. Aber das geht ja nicht. Dafür bin ich ja zu faul. Meine Vernunft schläft natürlich schon längst und lässt mich alleine mit einem Problem, was nur sie lösen kann. Sie hält das selbstverständlich für Quatsch, immerhin muss ich ja irgendwann auch mal ohne sie klarkommen. Sagt sie jedenfalls immer. Ich hoffe das dieser Tag niemals kommt. Das wäre wohl mein Ende. Gerade in dem Moment, als ich mir im Geheimen noch ein kleines Bierchen genehmige, meldet sich meine Vernunft zu Wort:
"Was machst du denn da?!"
"Ich... ich weiß nicht...ich trinke ein Bier?"
"Weißt du überhaupt wie spät es ist?"
Natürlich ist es nicht mein erstes Bier und ich gluckse in mich hinein.
"Nein keine Ahnung. Hast du nicht auf die Uhr geguckt?"
"Dir ist schon klar wer dich morgen früh wach machen muss, dich ins Bad schleift, dich zwingt zu frühstücken? Wann kümmerst du dich eigentlich mal um mich?"
Das ist ein harter Schlag. Mit Tendenz zum Tiefschlag.
"Naja ich dachte du kommst ganz gut zu recht. Das sagt du doch immer."
"Darum geht es doch garnicht!"
"Aber um was geht es denn dann?"
Mir ist die große emotionale Spannung, die über dem Raum liegt in dem Moment einfach nicht klar.
"Manchmal glaube ich, dass du mich nicht magst, weißt du?"
"Aber ich brauche dich doch!"
"Manchmal bin ich mir so unsicher, ob ich das richtige tue. Hast du nie Angst das Falsche zu machen?"
"Naja...", ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht, "eigentlich gibt es ja kein richtig oder falsch und irgendwie hat ja auch alles seinen Sinn. Keine Ahnung... Irgendwie geht es doch immer weiter, stimmt's?"
"Du bist so unglaublich gutgläubig, aber das mag ich an dir. Irgendwie gehören wir eben doch zusammen."
"Sag ich ja. Wo du gerade stehst, würde es dir was ausmachen mir noch ein kleines Bierchen zu holen?"
"Das kann nicht wahr sein, du bist so..."


Daruafhin ist sie ausgezogen. Was soll ich nur tun? Was mache ich nur?

ryaku

Dienstag, 6. März 2007

Wie eine Motte das Licht

Er sieht sich um. Ein seltsames Museum, eine Galerie? Ein Tempel? Was ist dieser Ort? Er steht in einem Gang. Es gibt keine Fenster, keine Lampen. Nur seine Schritte hallen in dem langen Gang wieder. Ohrenbetäubende Stille. Was bedeutet das, was er sieht? Es fröstelt ihn. Diese Bilder sehen eher aus wie Plastiken, wie Erinnerungen. Hier der Streit mit dem Vater, damals in der Küche beim Frühstück. Der Moment in dem er durch eine heftige Geste die Milchflasche vom Tisch gefegt hat. Sein Gesicht vom Zorn verzerrt. Die Milch im herausspritzen eingefroren. Er beugt sich über das Geländer, fährt mit einem Finger durch die weiße Flüssigkeit. Sie schmeckt sauer. Ist ja auch alles schon so lange her. Hier die Umarmung der großen Schwester beim Ausziehen von zu Hause. Sie hat wirklich geweint. Er hatte längst die Bedeutung dieser Erinnerung vergessen. Seine Schritte hallen in dem langen Flur wieder. Langsam schreitet er jedes Bild ab. Kalter Staub. Trotzdem atmet er ruhig und tief. Er kennt diesen Geruch. Zu Hause. Er hasst diesen Geruch, Zu Hause.
Der Gang macht einen Knick und wird niedriger und dunkler. Die Bilder sind hier unvollständig, Schatten wo Gesichter sein sollten, Dunkelheit an den wichtigen Stellen. Die Bilder sind verzerrt und verdreht. Unwirklich, entstellt. Ein Bild zeigt eine Person. Er kann ihr Gesicht nicht erkennen. Die Person schwitzt. Kalter Schweiß. Schmerzen. Sie steht vor einem Bett. Er fragt sich nicht wer in diesem Bett gelegen haben mochte. Er geht weiter. Seine Schritte werden dumpfer. Am Ende des Ganges ein Licht. Weiß und warm. Blendend. Es zieht ihn an. "Wie eine Motte das Licht", denkt er.