Montag, 26. Februar 2007

Montag

Es ist morgen. Montagmorgen und man merkt, dass es selbst dem Alltag schwer fällt in die Gänge zu kommen: Autos wollen nicht starten, Laternen flackern, Telefone klingeln nicht.
Auch ich tue mich schwer. Wie jeden Montag.
Und wie jeder Montag weiß ich woran es liegt: Hatte ich mir nicht vorgenommen früher schlafen zu gehen, zu lesen, oder wenigstens nichts mehr zu trinken.
Das Wochenende war lang und kurz zu gleich. Alles blickt zu Boden oder nach vorne, nach diesen zwei unzulänglich kurz-langen Tagen. Niemals zurück. Warum auch?
Ich tauche ein in die Arbeitswelt, werde Zahnrad und mit einigem Knirschen gelingt es mir mich in die Maschinerie zu integrieren. Ich höre die gezwungen ungezwungenen Unterhaltungen meiner Kollegen und alles hat auf eine zutiefst niederschmetternde Weise etwas befriedigendes.
Ich sitze zu weit vom Fenster entfernt um die Stadt weiter erwachen zu sehen. Seltasam: irgendwie hat sie immer einen Vorsprung: Sie geht später schlafen und steht früher auf.
Aber nicht jeden Tag, sage ich mir. Diese kleinen Siege, die mir das Wochenende bereiten, sind die Wegzehrung für die Woche.
Es klingelt: Der erste Kunde.
Ein älterer Mann dem die Zeit davon läuft - er klingt gehezt. Wahrscheinlich ist er jemand, der Frühaufsteher ist. Wenn ich ihm so zu höre habe ich das Gefühl später einmal genauso zu werden, aber bis dahin scheint noch so viel Zeit zu sein.
Nur alte Leute sind Frühaufsteher. Der Alltag ist es, der einem zeigt wie gleichförmig man sich verhält. Und jedes Bild, jede Metapher stimmt hier.
Irgendwo.
Mitschwimmen. Dazu gehören. Herdentier.
Trotzdem diskutieren wir über Dinge. Stimmt das? Oder wenigstens jenes? Der Pool ist unerschöpflich und zerrt meist doch nur aus der Schnittmenge - Wochenende, Urlaub, Feiertage. Und Vergangenheit?
Ich weiß es nicht. Wie oft würde ich das gerne sagen, weil es doch gefühlt so richtig erscheint. Aber gerade das macht einem Angst, sage ich mir im gleichen Atemzug.
Alle rennen in die Richtung, allen fällt es mehr oder minder leicht das Tempo zu halten. Die Jungen durch ihre Jugend; Die Erfahrenen durch Erfahrung und die Alten durch Frühaustehen.
Klammheimlich fängt man an das Ächzen des Getriebes unserer Zeit als gegeben hin zu nehmen und alles um einen herum scheint einem recht geben zu wollen: JA! Auch du bist austauschbar!
Die Sonne blendet mich und allmählich ist klar: Auch dieser Tag ist wie immer.

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