Sonntag, 25. Februar 2007

Internet und Aufmerksamkeit

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr (war es das jemals gewesen ?), dass jeder Mensch nach Aufmerksamkeit lechzt. Jeder möchte in irgendeiner Form sein gesagtes als durchaus wichtig und ernst genommen sehen. Jede Veröffentlichung, seis nun im Internet, in einer Zeitung, oder in Form eines Songs, der vorgetragen wird, verfolgt also in erster Linie dem Zweck sich selbst darstellen zu können, "authentisch" zu sein (was das auch immer heißen mag). Das Internet gibt uns die Möglichkeit, uns zu veröffentlichen, unsere Ideen, Gefühle und Eindrücke einer breiten Masse zur Verfügung zu stellen. Mit der heute herrschenden Möglichkeit an kostenlosen "Veröffentlichungsplattformen" (Texte, Podcasts oder Video), hat jeder die Möglichkeit, seinen Senf dazuzugeben. Tatsächlich wäre es aber vermessen zu sagen, dass sich ein Anderer dann auch die geistigen Ergüsse dieses Online-Exhibitionisten automatisch zu Gemüte führt, dafür ist das Medium "Internet" einfach zu groß und zu vielschichtig. Seine Aufgabe besteht nicht darin ein fokussiertes Medium zu sein, sondern Nischen zu schaffen für jede Form von Interessensgruppen, so genannter Peer-Groups, (Eine Erklärung gibt es auf der Seite von Basic Thinking zu finden: Hier unter dem Punkt 2.1). Im eigentlichen Sinne, solcher "Peer-Groups" sucht man sich hier Gleichgesinnte, also Leute, die ähnliche Interessen verfolgen - und sei dies nur für eine kurze Zeitspanne.
Ist eine solche erst ein mal gefunden, die thematisch in den eigenen Diskussionskossmos passt, wird kommentiert und nach Möglichkeit ein eigener Artikel verfasst, mit dem Ziel in das Gespräch verwickelt werden zu können.
Die Aufmerksamkeit, die man mit solchen Aktionen erheischt, ist der Motor, den der Blogger auch am nächsten Tag noch antreiben wird.
Und - sein wir mal ehrlich, ist das nicht auch in Ordnung? Ich glaube wir sollten nicht jedem die rote Karte zeigen, nur weil er sich für ein Thema interessiert und schon gar nicht, wenn er dies mit Leidenschaft tut. Oftmals ist aber genau das der Fall - manche beschweren sich, über eine angebliches Fehlen, von Tiefenwissen. Oder werfen diesem gleich vor nur noch für den Erfolg zu schreiben. Ich weiß nicht, aber ist es nicht genau das warum man mit so etwas mal anfängt?
Ich habe mich selbst schon oft gefragt warum, schreibe ich meine Gedanken in diesen Blog und nicht in ein Tagebuch? Letztendlich kann ich es verpacken wie ich es will: Es bleibt der Trieb, des Individualisten, der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Beachtung.

Exiting_Dark

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