Mittwoch, 28. November 2007
Montag, 21. Mai 2007
Er meldet sich spät.../ Studiengang Journalismus und seine Tücken...
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Studiengang Journalismus und seine Tücken
Vielleicht war ich einfach ein bisschen Naiv. Oder größenwahnsinnig? Keine Ahnung. Jedenfalls hat mir der heutige Abend die Augen geöffnet. Ich, der ich der Zeit Zivildienstleistender bin und mir vorgenommen hatte in diesem Jahr zum Wintersemester mit meinem Studium zu beginnen, blicke jetzt gewissermaßen entzaubert und etwas ratlos aus der (bürokratischen) Wäsche. Bachelor, Hochschulranking, NC, häh?!
Eigentlich verstehe ich nicht wirklich, was ich mache. Ich surfe ziemlich wahllos zwischen Hochschulkompass, CHE-Ranking, den einzelnen Fakultäten, dem Berufenet und was es sonst noch so gibt hin und her. Ich klicke jeden Link, den ich finde in einen neuen Tab und innerhalb von 5 Minuten, habe ich der Maßen viele Seiten geöffnet, dass mein Bildschirm vor Informationen geradezu überquillt. Nebenbei lese ich im "Zeit Studienführer". Da ich leidlich multitaskingfähig bin, kompensiere ich meine geistige Überlastung durch eine Zigarette nach der anderen, nur leider stellt sich eine Klarheit einfach nicht ein. Die Artikel im Studienführer erklären vieles, vielleicht alles. Dummerweise habe ich einen Gutteil bereits beim Lesen schon wieder vergessen. Schwitzend sehe ich das Datum auf meinem Kalender: Ende Mai! Ich weiß, dass Journalismus (oder Kommunikationswisschenschaft, oder, oder, oder...) kein ZVS Fach ist und man sich dementsprechend direkt bei den Unis bewerben muss. Soweit mein "Überblick" mich nicht täuscht, geht die Bewerbungsfrist noch bis zum 15 Juli. Gesichert weiß ich das allerdings nur für die FU Berlin. Den Rest habe ich schon wieder verdrängt. Mein Drucker spuckt fröhlich Papier mit Informationen aus, die ich morgen auf dem Weg zur Arbeit lesen muss (vielleicht fahre ich den S-Bahn Ring einfach zweimal, dann schaffe ich das auch zu lesen).
Mein erster Tag "Studiumsvorbereitung" hat mir jedenfalls einen höllischen Schrecken eingejagt und ich hab wohl noch eine Menge zu erledigen um das alles in die korrekten Bahnen zu leiten.
Fazit: Im nächsten Leben früher mit Studiumsvorbereitung anfangen...
Dienstag, 20. März 2007
Musik in meinen Ohren...
Titel: Wär' ich für dich da...
Strophe1:
du siehst nicht gut aus
aber das weißt du ja selbst
es sieht so aus als wenn du dich an deiner kippe festhälst
wir reden über nichts
das wird mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein Problem
Ref.:
wenn du mich jetzt fragst
fragen würdest
flüstern würdest
wenn du jetzt was sagst
sagen würdest
wispern würdest
wär ich für dich da
Strophe2:
deine Kleidung verlottert
deine Haare sind verfilzt
und ich frag mich immer noch was du eigentlich willst
du siehst mir nicht in die Augen
das ist mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein Problem
Strophe3:
du erzählst mir vom morgen
und was deine Träume sind
du widersprichst dir ständig selber und schießt alles in den Wind
du lügst mich an
das ist mir unangenehm
ich frag mich eigentlich nur
was ist dein problem
Und hier der Link zu einer- zugegebener maßen - schlechten Hörprobe.
http://www.tracksfeed.com/?p=858
ryaku
Mittwoch, 7. März 2007
Selbstgespräch
Ich sitze mal wieder verkartert in der Nacht vom Sonntag zum Montag an meinem Schreibtisch. Die Augen sehen eher aus wie tiefe dunkle Höhlen und werfen interessante Schatten auf meine hohlen Wangen, wenn ich mir eine Taschenlampe auf die Augenbrauen richte. Eigentlich wollte ich ja früher schlafen gehen. Aber das geht ja nicht. Dafür bin ich ja zu faul. Meine Vernunft schläft natürlich schon längst und lässt mich alleine mit einem Problem, was nur sie lösen kann. Sie hält das selbstverständlich für Quatsch, immerhin muss ich ja irgendwann auch mal ohne sie klarkommen. Sagt sie jedenfalls immer. Ich hoffe das dieser Tag niemals kommt. Das wäre wohl mein Ende. Gerade in dem Moment, als ich mir im Geheimen noch ein kleines Bierchen genehmige, meldet sich meine Vernunft zu Wort:
"Was machst du denn da?!"
"Ich... ich weiß nicht...ich trinke ein Bier?"
"Weißt du überhaupt wie spät es ist?"
Natürlich ist es nicht mein erstes Bier und ich gluckse in mich hinein.
"Nein keine Ahnung. Hast du nicht auf die Uhr geguckt?"
"Dir ist schon klar wer dich morgen früh wach machen muss, dich ins Bad schleift, dich zwingt zu frühstücken? Wann kümmerst du dich eigentlich mal um mich?"
Das ist ein harter Schlag. Mit Tendenz zum Tiefschlag.
"Naja ich dachte du kommst ganz gut zu recht. Das sagt du doch immer."
"Darum geht es doch garnicht!"
"Aber um was geht es denn dann?"
Mir ist die große emotionale Spannung, die über dem Raum liegt in dem Moment einfach nicht klar.
"Manchmal glaube ich, dass du mich nicht magst, weißt du?"
"Aber ich brauche dich doch!"
"Manchmal bin ich mir so unsicher, ob ich das richtige tue. Hast du nie Angst das Falsche zu machen?"
"Naja...", ich habe mir darüber noch nie Gedanken gemacht, "eigentlich gibt es ja kein richtig oder falsch und irgendwie hat ja auch alles seinen Sinn. Keine Ahnung... Irgendwie geht es doch immer weiter, stimmt's?"
"Du bist so unglaublich gutgläubig, aber das mag ich an dir. Irgendwie gehören wir eben doch zusammen."
"Sag ich ja. Wo du gerade stehst, würde es dir was ausmachen mir noch ein kleines Bierchen zu holen?"
"Das kann nicht wahr sein, du bist so..."
Daruafhin ist sie ausgezogen. Was soll ich nur tun? Was mache ich nur?
ryaku
Dienstag, 6. März 2007
Wie eine Motte das Licht
Der Gang macht einen Knick und wird niedriger und dunkler. Die Bilder sind hier unvollständig, Schatten wo Gesichter sein sollten, Dunkelheit an den wichtigen Stellen. Die Bilder sind verzerrt und verdreht. Unwirklich, entstellt. Ein Bild zeigt eine Person. Er kann ihr Gesicht nicht erkennen. Die Person schwitzt. Kalter Schweiß. Schmerzen. Sie steht vor einem Bett. Er fragt sich nicht wer in diesem Bett gelegen haben mochte. Er geht weiter. Seine Schritte werden dumpfer. Am Ende des Ganges ein Licht. Weiß und warm. Blendend. Es zieht ihn an. "Wie eine Motte das Licht", denkt er.
Mittwoch, 28. Februar 2007
Busfahrer
Der Busfahrer selbst ist ein unrasierter Endvierziger von kleinerem, korpulenterem Körperbau. Sein Kinn scheint stark zu jucken, jedenfalls kratzt er sich dort sehr ausgiebig. Seine Augen sind sehr klein und hinter der runden Brille, wirken sie wie abgeschottet; als ob sie in eine fremde Welt blicken würden. Als er den Bus besteigt dauert es bestimmt an die 10 Minuten, ehe sich sein Sitz in der richtigen Position befindet und sich das Lenkrad im korrekten Busfahrerwinkel (othogonal zum Bauch stehend) befindet. Der Spiegel wird neu justiert und diese ganze Konfiguration findet nicht ohne gelegentliches Gebrummel seinerseits statt. Alles muss schließlich an seinem Platz sein. Ich rechne schon nicht mehr damit, aber irgendwann setzt er sich dann doch noch in seinen Fahrersessel und wir fahren los.
Es ist ein schmuddeliger Nachmittag, grau in grau hängen die Wolken wie Schleier über den Häusern. Autos beeilen sich in ihre Garagen zu kommen, Autofahrer freuen sich auf das Abendessen. Unser Busfahrer, löst bei der Fahrt sein Lenkrad um es neu einzustellen. Wie selbstverständlich fährt er 20 oder 30 Meter ohne die Gewalt über den Bus zu haben und bekommt nur mit Mühe den Hebel zum Befestigen des Lenkrades umgelegt, ohne dabei gegen eines der zahlreichen Autos, oder gegen einen Baum zu fahren. An der ersten Haltestelle steigt eine ältere Frau zu und möchte eine Fahrkarte kaufen.
"Einmal A-B bitte", höre ich sie sagen.
Ich sitze seitlich schräg hinter dem Busfahrer, etwa 3 Meter von der Tür entfernt, durch die die Frau den Bus bestiegen hat. Sie legt ihm das Geld hin. Nichts passiert. Die Frau wartet, der Busfahrer kratzt sich am Kinn. Nach einer Weile dreht er sich schließlich zu ihr um und sagt:
"Wat willste denn?!".
Ein wenig konsterniert von der Wärme dieser Worte blickt sie ihn aus ihrem Pfannkuchengesicht an. Ehrliches Erstaunen liegt in ihrem offenen Mund und formt ein großes, rundes "O".
"Ein mal A-B bitte, habe ich doch gesagt"
"Ach so, macht dann zwo zehn!".
Er tippt das Gewünschte in den Automaten und schiebt wortlos das Geld in die Kassette. Durch ein abruptes Anfahrmanöver wird die Frau in den hinteren Bereich des Busses katapultiert. Im Spiegel sehe ich ein Lächeln über sein Gesicht huschen.
Wichtig für einen Busfahrer ist auch eine rumpelnde Fahrweise. Was ein echter Busfahrer ist, hält nicht viel von sanftem Beschleunigen oder degressivem Bremsen.
Auf der anderen Seite fährt ein guter Busfahrer selbst auf der freisten Strecke niemals schneller als 45 km/h, schließlich gibt es ja einen Ruf zu verlieren.
"Mit einem solchen Busfahrer wären wir bei "Speed" schon x-mal explodiert", denke ich mir.
Kurz bevor wir an der nächsten Haltestelle stehen bleiben, fährt ein Auto auf die Busspur, setzt jemanden ab und fährt dann über die durchgezogene Linie zurück auf die normale Spur. Der Abgesetzte steigt ein. Freundlich und erleichtert, den Bus noch bekommen zu haben, zeigt er seine Monatskarte.
"Junger Mann, sagen se bitte nächstes mal ihrem Kollegen, dass dit verboten is. Wenn die grüne Minner anjerückt wäre, wär der Führerschein weg!"
Der Mann sagt "Ok..." und kann sich ein Lächeln nicht ganz verkneifen.
Das ist natürlich Zucker für den Affen.
"Ick kann ihnen dit nur erzählen! Dit is hier ne Busspur und dit da ne durchjezogene Linie!"
"Ja ist in Ordnung ich sage es ihm.", versucht sich der Mann zu befreien.
"Mir is dit egal! Ick wollte ihnen dit nur sagen ick kenne dit aus die eigene Erfahrung, mit dit Pack!"
"Ich sage es ihm - ganz bestimmt.", versucht sich der Mann händeringend zu befreien.
"Durchjezogene Linie und Busspur, da können se sich wat aussuchen..."
Schließlich lässt der Busfahrer den Mann gehen.
Und wir fahren weiter. Am Zoo steige ich aus. Und mit der S-Bahn geht's nach Hause.
"Ich liebe Busfahren!", denke ich die restliche Rückfahrt.
ryaku
Montag, 26. Februar 2007
Umzug von Myspace nach Blogger...
Ein paar Artikel habe ich vom alten Myspace-Blog übernommen und werde ab jetzt von hier aus weitermachen.
Wie kam es dazu?
Ganz einfach: Blogger läuft besser und ist wesentlich komfortabler und anpassbarer als Myspace...
Wie viel wiegt ein Leben (Teil1)
Ich nehme jetzt einfach das Leben eines Mitteleuropäers der irgendwann ein mal 70 Jahre alt wird. Er wiegt 70 kg und heißt Freddie.
Haare: Sein Kopfhaar besteht aus genau 100000 Haaren. Da jedes Haar etwa 1 cm im Monat wächst, macht das mal eben schnell 1000 m im Monat. Das heißt, dass unser miteleuropäischer Freund glattgezogen 840 km Haare produziert. 10 cm Haar wiegen 0,002g. 840 km Haare sind 840 000 000 cm Haare.
Also wiegen allein Freddies alle jemals produzierten Kopfhaare: 1680 kg
Essen: Jeder nimmt im Laufe seines Lebens das 700fache seines eigenen Körpergewichtes zu. Das heißt, dass Freddie (bei 70 kg Körpergewicht) im Endeffekt 4900 kg Essen in sich hinein geschlungen hat.
Tränen: Jeder weint mal. So auch Freddie. Insgesamt 4900 Liter Tränenflüßigkeit. Eine Träne wiegt 15 mg. 66000 ergeben einen Liter.
Macht 485 kg (und davon sind bestimmt 300 kg umsonst vergossen worden °-° ).
Atmen: Auch Freddie atmet Luft. Und genauso wie wir pumpt er insgesamt 600 Millionen Liter davon in seine Lungen. Ein Liter Luft wiegt etwa 1,3 g.
Sind wir bei 780000 kg.
Furzen: Angeblich furzt man 547500 mal in seinem Leben. Dabei wird jedes mal ein Liter Methangas frei. 1 Liter Methangas (CH4) wiegt 0,733 g.
Macht etwa 401 kg geballte Übelkeit.
Größere Geschäfte: Eine Tagesportion auf dem Lokus entspricht bei Freddie 192g. Wenn er 70 ist hat er rund 4840 kg seinem Königsthron einverleibt.
Das beweißt uns doch einfach nur eins: Das leben ist schwer!
Stay_Clean
Exiting_Dark
Einstellungstest beim Callcenter...
Ich war heute bei einem Einstellungstest in einem Call Center. Wer nicht weiß wie so etwas aussieht, vorstellen könnt ihr es euch in etwa so:
60 Zombies (Das Licht der Monitore kommt von unten) sitzen vor hochkant stehenden Särgen (die Boxen sehen wirklich so aus) und reden mit sich selbst in einem großen dunklen und stickigem Raum.
Nach dem ich die feuerfeste Tür (warum nur...) geöffnet hatte und sich meine Augen an die Dunkelheit halbwegs gewöhnt hatten, sah ich mich nach dem Büro des Chefs um, denn dort sollte ich mich ja melden. Nichts zu sehen außer vor sich hin brabbelnder Zombies. Da ich mir nicht zu helfen wusste, sprach ich einen ausnehmend hübschen weiblichen Zombie an, jetzt nicht deswegen, sondern weil sie mir am dichtesten (na ja - fast) saß.:
„Ey...Du...?"
Ich tippte ihr auf die Schulter.
„Ey, wo finde ich denn den Chef?"
Sie drehte sich um. Ihre ohnehin schon roten Augen wurden noch röter und ihre dunklen Augenringe noch dunkler.
„ Wa?", fragte sie.
„Wo der Chef ist?", fragte ich.
„Da." Sie streckte ihren knochigen Finger unter meine Nase. Ich machte unwillkürlich einen Schritt zurück und drehte mich um. Ich sah nichts.
„Da?"
„Da! Da! Da!"
Es klang ein wenig zornig.
Ich trat also, stolperte ist wohl richtiger, über die Netzwerkkabel die den Gang blockierten hinweg, an den langen Reihen von Särgen vorbei zum Areal des Vampirlords. Das lag am anderen Ende des Saales. Da war es zur Überraschung - auch dunkel. Ich sah keine Sekretärin, aber darauf, konnte ich mir natürlich nichts einbilden. Zaghaft, klopfte ich an der Tür.
„Waaas maaacheeeen Siiiieeee daaa?"
Es klirrte in meinen Ohren. Da hatte ich doch tatsächlich die Sekretärin übersehen.
„Ich wollte zum Chef.", sagte ich kleinlaut.
Sie musterte mich. Böse.
„Ich soll... hier... ähm... einen Einstellungstest schreiben?"
Ich war mir selbst nicht mehr sicher. Sie piekste meinen Bauch.
„Hmm Duuuu biiiistguuuut. Duuuu daaarfst eeeiiiintreeeeeteeeen."
Sie hat die Vokale wirklich so lang gezogen, ich übertreibe nicht.
Gut.
Vielleicht ein bisschen.
Ich trat also ein. Das Büro des Chefs war eine lange dunkle Höhle. Weit entfernt glaubte ich eine unnatürliche grüne Lichtquelle (Flachbildschirm?) zu erkennen.
„Wer stört mich hier?", fragte jemand.
Die Stimme war dunkel und fordernd und schien aus einer anderen Dimension zu kommen. Muss ich erwähnen, dass mich ein ungutes Gefühl umschlich?
„Ich bin's", sagte ich „ bin hier wegen dem Einstellungstest."
„Mein Assistent, Igor, kümmert sich darum."
Die Stimme verhallte und ein undeutlicher Schatten näherte sich mir. Der Assistent hieß natürlich nicht wirklich Igor. Es hätte aber gut sein können.
Oder Gollum.
„Folge mir.", zischte er mich an und seine dünne Haut schien dabei zum zerreißen gespannt. Deswegen hatte er sich wohl auch so eine sparsame Mimik zugelegt.
„Wohin gehen wir?"
Er antwortete nicht und ich folgte ihm trotzdem durch die Dunkelheit, raus aus dem Büro des Chefs.
Igor-Gollum setzte mich in Mitten des Großraumbüros an einen runden Tisch. Ich hatte das Gefühl, sämtliche Augenpaare der Zombies –soweit vorhanden – wären auf mich gerichtet. Das war allerdings ziemlicher Quatsch. Sie konnten ja wohl genauso wenig sehen wie ich im Augenblick (kein Wortwitz).
„Hinsetzen!"
Ich setzte mich.
„Füll – das – Blatt - aus!"
Jede Freundlichkeit, so ich sie mir je eingebildet hatte (habe ich erwähnt, dass der Assistent Mr Hyde hieß?), war aus seinen Worten gewichen und ich glaubte ein zynisches Lächeln auf seinem pergamentenen Gesicht ausmachen zu können.
Ich füllte also den Test aus und konnte auch alle Fragen ziemlich gut beantworten.
Es ging um mein Geburtsdatum, wo ich wohnte und so was.
Nach 20 Minuten war der Spuk vorbei und ich gab den Zettel ab.
„Was soll das!?"
„Was meinen Sie?", fragte ich vorsichtig.
„Sie haben die Rückseite vergessen!"
Ich saß ganz ruhig da, aber ich hätte meine Eckzähne drauf verwettet, hätte ich mich nur ein bisschen zur Seite geneigt, hätte ich eine Zunge im Ohr gehabt.
„Ach ja?"
„Ich gebe ihnen 5 Minuten Zeit, dann ist es für sie zu Ende!"
Das klang nicht gut.
Also der zweite Test ist dann auch eher mäßig ausgefallen.
Aber ich bin trotzdem dabei.
Das kam so.
Ich wollte schon meine Segel streichen, als ich mit hängendem Kopf meine Sachen packte. Da hörte ich wieder diese abgrundtief böse Stimme des Chefs.
„Oh das sieht ja gut aus."
„Was meinen sie?" der Assistent glotzte ungläubich in die Dunkelheit, wo er den Chef zu erahnen glaubte.
„Na das getestete Subjekt."
Ich traute meinen Ohren nicht.
„Alter: 20, Single und Jungfrau - eingestellt."
"Aber Chef, das ist doch das Sternzeichen!"
Tja jedenfalls bin ich jetzt dabei.
Exiting_Dark
So und so und so...
Drehen
Drehen
Drehen
Rasen
Gedanken
Schnell
Zu schnell
Ordnen
Knzentration schwindet schwierig
Augen zu durch einander
Kopf
Schwillt an
Gehirn hört auf Gefühle
Warte ab Verständnis kommt
Montag
Auch ich tue mich schwer. Wie jeden Montag.
Und wie jeder Montag weiß ich woran es liegt: Hatte ich mir nicht vorgenommen früher schlafen zu gehen, zu lesen, oder wenigstens nichts mehr zu trinken.
Das Wochenende war lang und kurz zu gleich. Alles blickt zu Boden oder nach vorne, nach diesen zwei unzulänglich kurz-langen Tagen. Niemals zurück. Warum auch?
Ich tauche ein in die Arbeitswelt, werde Zahnrad und mit einigem Knirschen gelingt es mir mich in die Maschinerie zu integrieren. Ich höre die gezwungen ungezwungenen Unterhaltungen meiner Kollegen und alles hat auf eine zutiefst niederschmetternde Weise etwas befriedigendes.
Ich sitze zu weit vom Fenster entfernt um die Stadt weiter erwachen zu sehen. Seltasam: irgendwie hat sie immer einen Vorsprung: Sie geht später schlafen und steht früher auf.
Aber nicht jeden Tag, sage ich mir. Diese kleinen Siege, die mir das Wochenende bereiten, sind die Wegzehrung für die Woche.
Es klingelt: Der erste Kunde.
Ein älterer Mann dem die Zeit davon läuft - er klingt gehezt. Wahrscheinlich ist er jemand, der Frühaufsteher ist. Wenn ich ihm so zu höre habe ich das Gefühl später einmal genauso zu werden, aber bis dahin scheint noch so viel Zeit zu sein.
Nur alte Leute sind Frühaufsteher. Der Alltag ist es, der einem zeigt wie gleichförmig man sich verhält. Und jedes Bild, jede Metapher stimmt hier.
Irgendwo.
Mitschwimmen. Dazu gehören. Herdentier.
Trotzdem diskutieren wir über Dinge. Stimmt das? Oder wenigstens jenes? Der Pool ist unerschöpflich und zerrt meist doch nur aus der Schnittmenge - Wochenende, Urlaub, Feiertage. Und Vergangenheit?
Ich weiß es nicht. Wie oft würde ich das gerne sagen, weil es doch gefühlt so richtig erscheint. Aber gerade das macht einem Angst, sage ich mir im gleichen Atemzug.
Alle rennen in die Richtung, allen fällt es mehr oder minder leicht das Tempo zu halten. Die Jungen durch ihre Jugend; Die Erfahrenen durch Erfahrung und die Alten durch Frühaustehen.
Klammheimlich fängt man an das Ächzen des Getriebes unserer Zeit als gegeben hin zu nehmen und alles um einen herum scheint einem recht geben zu wollen: JA! Auch du bist austauschbar!
Die Sonne blendet mich und allmählich ist klar: Auch dieser Tag ist wie immer.
Berlin, Berlin
Berlin, was ist das eigentlich?
Ich wohne jetzt schon mein ganzes Leben in und um Berlin. Trotzdem habe ich mir bisher erstaunlich wenig Gedanken gemacht, über die Gegend in der ich lebe über den Unabstreitbaren Reiz den das urbane Umfeld auf mich hat. Ich versuche zu ordnen und Frage mich: Was macht dies Berlin für mich aus?
Ich schreibe Listen, ungeordnet:
-groß
-schmutzig
-Charme
-Viertel
-Schnauze
-Dampf
-Bewegung
-Flicken
- usw.
Ich versuche ein Bild für Berlin zu finden, doch das ist nicht leicht.
Ein bisschen ist Berlin wie der große, korpulente Freund, den man schon so lange kennt, dass man garnicht mehr genau weiß woher das noch mal kam. Dieser Freund, mit seinen ständig dreckigen Hosenbeinen und dem ständigen verschmitzten Grinsen im Gesicht. Der Freund, der sich damals für dich auf dem Schulhof geprügelt hat, weil dich jemand gekränkt hat. Wir wissen beide wer wir sind und nur ich weiß, da ich sein bester und längster Freund bin, dass er viel klüger und Facettenreicher ist, als es nach außen hin den Anschein hat. Sicher, auch er hat seine Fehler und seine Macken. Aber das macht ihn mir noch lieber und mir ist klar, dass er in seinem riesigen raubeinigen Körper ein noch größeres Herz steckt.
Berlin erinnert mich oft an mein Kinderzimmer. Es ist viel Platz da, aber jede Ecke und jeder Bereich ist für sich eine kleine eigene Welt. Hier wird nichts weggeräumt, sondern darauf aufgebaut. In unendlich kleinen Nischen findet sich noch Platz für jede Idee, für eine Welt aus vielen kleinen Träumen. Alle mit eigenem Charackter und eigenem Charme. Es ist kein großes Ganzes, sondern ein kleines Vieles.
Manchmal ist Berlin auch wie eine Geisterstadt. Immer dann wenn ich zur Arbeit fahre und die Spitze des Fernsehturms bereits von den Wolken verschluckt worden ist, wenn es regnet und ich in die triste Welt meiner Hintehofpaterrewohnung schaue, immer dann Wenn es im Sommer so heiß ist, dass ich mich zu nichts aufraffen kann und alle anderen bereits fort gegangen sind. Oder wenn ich betrunken aus der U-Bahn aussteige und diese kompakte Stille des nächtlichen U-Bahnhofs erlebe, in der einem schon fast die Ohren schmerzen.
Berlin ist vielfältig und lässt sich wohl nicht auf ein Bild reduzieren. Die Komplexität dieses Gebildes macht es nicht einfach ein "Berlin-Gefühl" zu beschreiben. Jeder findet hier etwas für sich. Vielleicht gibt es kein universelles "Berlin-Gefühl", keine allgemeingültige Definition für das Gebilde, sondern jede Ansicht über Berlin und es sei jedem gestattet auch mehrere zu haben, stimmt weil die Perspektive das Bild macht - und nicht umgekehrt.
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Sonntag, 25. Februar 2007
Trucker
„Wie bin ich zu dem geworden, der ich bin?“, frage ich mich. Ich erinnere mich an meine Jugend, dieses unbestimmte Gefühl unbedeutend zu sein. Jede Anstrengung in der Schule führte nicht wirklich zu besseren Noten. Ich wurde gehänselt. Ich stelle mir vor, wenn ich damals auf einer anderen Schule gewesen wäre, ob ich heute vielleicht etwas anderes arbeiten würde. Ich fange an meine Einflüsse aufzuzählen: Mutter, Schule, keine Liebe, falsche Freunde. Ich komme ins Stocken. Ein bitterer Geschmack hat sich in meiner Mundhöhle gebildet. Ich drücke die halb abgebrannte Zigarette aus und stecke mir stattdessen einen Kaugummi in den Mund. Meine „Freunde“ hatten nur eins im Sinn: Mir zu sagen wer ich bin. Mir wird schlagartig klar, dass jeder auf mich einen Einfluss hatte als wäre ich einem großen Speckstein gleich, eine Unförmigkeit, der es eine Gestalt zu geben galt. Von kleinerer, stämmigerer Statur und dazu veranlagt mitmachen zu wollen, hatte ich selten Einwände und fragte lieber nach, wenn es eine Unklarheit gab. Jetzt sitze ich hier, ein fehlgeschlagenes Experiment, das nur noch aus Scharten, Kratzern und bröckeligen Stellen besteht.
Ich betrachte meine Tankanzeige: halbvoll. Das reicht noch. Der Nebel wird dichter, aber ich drossele die Geschwindigkeit nicht. Nachts sind die Straßen frei. Ich nehme Gesichter im Nebel war. Erst schemenhaft, dann immer deutlicher. Ich sehe mir die Gesichter nicht genauer an, weil ich weiß, dass sie nur in meinem Kopf existieren. Erst aus den Augenwinkeln, dann immer mehr und mehr interessiert sehe ich in die Gesichter meines Lebens. Ich kann das Gesicht meiner Mutter erkennen, ihre klagende Stimme trägt mir auf mir gefälligst die Zähne zu putzen. Mein Sportlehrer, der mich immer extra Liegestütze machen lies, da ich im Sport immer der letzte war, blickt mich mit einer Mischung aus Abscheu und Sadismus an. Meine Klassenkameraden, meine Mutter, meine Lehrer, meine Kollegen, alle lachen mich aus, ich kann es durch das spaltbreit offene Fenster hören. Ihr hysterisches Gekreische, ihr Getuschell, wenn ich an ihnen vorbei gefahren war. Ich spucke den Kaugummi wieder aus und lasse ihn, eingewickelt in ein Taschentuch, auf dem Beifahrersitz liegen. Ich zünde mir eine neue Zigarette an. Ich tue das, was ich immer tue, ich ignoriere die anderen.
„ Hey Fetti, komm doch mal rüber, ich glaube du hast hier etwas vergessen!“
„Junge, du kannst doch nicht ständig in der Wohnung sitzen, unten sind doch so viele nette Kinder, die alle mit dir Spielen wollen!“
„Na kleiner, Einsam?“
Wie versteinert sitze ich hinter meinem Lenkrad und fahre einem Fixpunkt hinter der Nebelwand hinterher.
„Hey kleiner Mann. Hast du mal eine Zigarette?“
„Bleib stehen oder ich schneide dir dein Ding ab!“
„Ich schneide dir dein Ding ab!“
Mir bricht der Schweiß aus. Nervös pule ich an einem aufgekratzten Pickel in meinem Gesicht herum.
Ich schließe für eine Sekunde die Augen. Die Straße scheint nun oben zu sein und ich kopfüber zu fahren. Die Gesichter unter mir, die Sterne am Boden.
Ich fange an in mich hinein zu brubbeln.
„Was habe ich falsch gemacht?“
„Lasst mich alle in Ruhe!“
„Ich will leben!“
Ein ohrenbetäubendes Pfeifen setzt ein. Ich fange an zu schreien. Ich habe lange nicht mehr geschrien fällt mir auf. Ich muss weinen, die ersten Tränen bekämpfe ich noch, lasse nicht zu, was ich mein Leben lang nicht zu lassen konnte und halte mir abwechselnd erst das eine, dann das andere Auge zu.
Doch schließlich lasse ich es zu. Eine unbeschreibliche Wärme steigt in mir auf. Die Gesichter sind immer noch da und ziehen erstaunte Fratzen. Von weit her höre ich sie Fragen: „Warum weinst du?“.
Internet und Aufmerksamkeit
Ist eine solche erst ein mal gefunden, die thematisch in den eigenen Diskussionskossmos passt, wird kommentiert und nach Möglichkeit ein eigener Artikel verfasst, mit dem Ziel in das Gespräch verwickelt werden zu können.
Die Aufmerksamkeit, die man mit solchen Aktionen erheischt, ist der Motor, den der Blogger auch am nächsten Tag noch antreiben wird.
Und - sein wir mal ehrlich, ist das nicht auch in Ordnung? Ich glaube wir sollten nicht jedem die rote Karte zeigen, nur weil er sich für ein Thema interessiert und schon gar nicht, wenn er dies mit Leidenschaft tut. Oftmals ist aber genau das der Fall - manche beschweren sich, über eine angebliches Fehlen, von Tiefenwissen. Oder werfen diesem gleich vor nur noch für den Erfolg zu schreiben. Ich weiß nicht, aber ist es nicht genau das warum man mit so etwas mal anfängt?
Ich habe mich selbst schon oft gefragt warum, schreibe ich meine Gedanken in diesen Blog und nicht in ein Tagebuch? Letztendlich kann ich es verpacken wie ich es will: Es bleibt der Trieb, des Individualisten, der Wunsch nach Aufmerksamkeit und Beachtung.
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Café Sternenstaub
"Was habt ihr denn da?", frage ich die dünne Frau hinter dem Tresen. Ihre Augen , strahlen eine eigenartige Wärme aus.
"Staro, Budweiser, Radeberger, Flens"
Wir sehen uns an.
"2 Staro."
Erst jetzt bemerken wir die kleine Treppe. Daneben sind 7 oder 8 Klappstühle und vielleicht 3 Tische in einer Nische verstaut. Davor 2 Grünpflanzen. Auf jeder Treppenstufe steht ein kleines Windlicht und auf jedem Tisch steht eine Kerze. An den Wänden hängen rahmenlose Fotografien aus einer anderen Stadt, aber wir wissen nicht um welche es sich handeln könnte.
Wir gehen die Treppe hoch. Blickfang ist die kleine Bühne, mit den staubigen roten Vorhängen. Sie misst gerade mal 2 oder 3 Meter in der Breite und 2 in der Tiefe. Von draußen haben wir Plakate für Konzerte gesehen.Hier oben gibt es noch mal 4 Tische, ein Sofa steht an der Wand. Von einem durchscheinenden Stoff in rot werden die Klotüren verdeckt. Hier wird nach Chromosomen getrennt. "XX" für Damen, "XY" für Männer. Das Männerklo wird schwach rosa beleuchtet, der Spiegel ist mit Goldpappmascheé umrahmt.
Wir fangen an zu reden, du und ich. Über uns, über die anderen und über die Welt im Allgemeinen. Der erste Bier ist schnell runtergespült und der Aschenbecher bereits halb voll.
Die Zeit vergeht hier anders. Du siehst auf die Uhr "Halb Eins. Trinken wir noch einen?"
Einen noch dann ist Schluss. Und dabei gibt es auf einmal noch so viel zu bereden. Unten hat sich eine spitze Diskussion über die Bayrische Nationalhymne zwischen 2 Stammgästen entfaltet. Entspannt lehnen sie am hölzernen Tresen. Einer der beiden ist mit einem auffäligen dunklen Hemd bekleidet. Ein weißer Schal lugt aus dem 2 Knöpfe geöffneten Hemd heraus. Er trinkt Rotwein. Seine Haare sind dünn.
"Mein Lieber Freund hier irrst du! Dass die Nationalhymne der Bayern, wie die deutsche klingt, ist ganz gewiss nicht der Fall!"
Sein Gesprächspartner ist ein vollbärtiger Brillenträger. Ganz offensichtlich hören die Augen dieses Mannes gerade einen gut erzählten Witz.
"Silvio, wenn du dir deiner Sache so sicher bist, dann lass uns doch darum wetten!".
Ich bestelle mir 2 weitere Staro und gehe wieder an unseren Tisch im oberen Berreich. Schließlich musst du los. Du hast es weiter als ich. Ich genehmige mir als Absacker noch einen Weinbrandt. An der Bar stehen inzwischen 3 Gäste. Sie und die BArkeeperin, reden über die im Untergehen begriffene Kultur des Prenzlauer Bergs.
"Und was meinst du dazu?", fragt mich der dritte im Bunde. Man hört seinen Akzent. Sein Haare kräuseln sich in kleinen Locken neben ihm steht eine Gitarrentasche. Um seinen Mund spielt ein angedeutetes Lächeln.
"Ich weiß nicht", sage ich unsicher.
"Du musst doch eine Meinung haben!", fällt ein anderer ein.
Schließlich sage ich irgendwas optimistisches, in die Richtung: "...normaler Verlauf...wird alles wieder besser..."
Auf ein mal bin ich in das Gespräch integriert, als wäre ich nicht irgendein Fremder. Man fühlt sich wohl und die Wärme, die die Menschen ausstrahlen fühlt sich gut an. Wärend wir reden schweife ich manchmal davon. Ich fange die Dinge aus dieser Puppenperspektive zu betrachten, nur einmal nicht das Ganze sehen müssen. Klein sein zu dürfen, an diesem Ort.
Es wird spät an diesem Abend und erst gegen 3 Uhr wird die Kneipe geschlossen. Freundlich verabschieden wir uns von einander.
"Gute Nacht", sage ich, kaum gewahr, in welche Richtung meine Wohnung liegt. Mir ist nicht kalt, obwohl es Winter ist.
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Eis-ern Union
Keine Tore in der zweiten Halbzeit. Das Stadion lehrt sich schnell. Wir essen und trinken noch etwas im VIP-Zelt. Mein Freund bringt mich mit dem Auto zurück. Ich möchte nicht mit den Bahnfahrern tauschen.
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